Kammermagazin #1

Das Mitteilungsblatt der Pflegekammer Niedersachsen

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Carola Reimann, Sozial- und Gesundheitsministerin Niedersachsen
Foto: Tom Figiel

Die Gesellschaft braucht die Kammer: Die Situation der Pflege in Niedersachsen gemeinsam verbessern

Die Pflegekammer ist nicht nur für Pflegefachpersonen wichtig. Carola Reimann, Sozial- und Gesundheitsministerin Niedersachsen, im Interview zur Situation der Pflege in Niedersachsen.

 

Lesezeit: 2 Minuten

Carola Reimann, Sozial- und Gesundheitsministerin Niedersachsen

Carola Reimann

Sozial- und Gesundheitsministerin Niedersachsen

im Interview:

Die Pflege befindet sich in ganz Deutschland in einer schwierigen Lage. Es ist erfreulich, dass immer mehr Menschen immer älter werden, doch dadurch sind auch immer mehr Menschen auf Pflege und Unterstützung angewiesen. Fachkräfte werden dringend gesucht. Wir haben auch in Niedersachsen eine angespannte Situation im ambulanten, aber auch im stationären Bereich und stehen zudem vor der großen Herausforderung, die Pflege in einem Flächenland gut aufzustellen.

„Im Mittelpunkt müssen dabei die Gewährleistung einer guten Pflege und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege stehen.“

- Carola Reimann

Diese Herausforderung kann nur durch eine gemeinsame Anstrengung aller Beteiligten erfolgreich gemeistert werden. Im Mittelpunkt müssen dabei die Gewährleistung einer guten Pflege und die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Pflege stehen. Aus diesem Grund habe ich zusammen mit unseren Partnern die Konzertierte Aktion Pflege in Niedersachsen (KAP.Ni) initiiert. Wir setzen damit in einem in der Vergangenheit von Misstrauen geprägten System auf die Bereitschaft zu einem gemeinsamen Vorgehen auf vertrauensvoller Basis. Die Ende Oktober unterzeichnete und vorgestellte Kooperationsvereinbarung ist mit einem klaren Zeit- und Maßnahmenplan unterlegt. Jeder der Partner leistet einen oder mehrere Beiträge, um die Situation in der Pflege zu verbessern.

Damit haben wir uns in Niedersachsen auf den Weg gemacht, es ist ein Aufbruch: Die von den Pflegekräften erbrachten Leistungen sollen angemessen und gut vergütet werden. Der Pflegeberuf soll attraktiver werden. Dazu gehören eine verlässliche Arbeitszeitgestaltung, gute Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf, ein Arbeitsumfeld, das den Blick auf das Wesentliche erlaubt, und eine ausreichende personelle Ausstattung. Wir erreichen so auch, dass die Beschäftigten länger in der Pflege bleiben, die Rückkehr in den Job leichter gelingt und neue Fachkräfte gewonnen werden. Durch einen Abbau von Bürokratie und verbesserte Arbeitsabläufe soll die Zeitnot der Pflegekräfte reduziert und die verfügbare Zeit für die Pflegebedürftigen erhöht werden.

Alle Akteurinnen und Akteure müssen dazu an einem Strang ziehen. Ich bin froh, dass die Pflegekammer Niedersachsen aktiv in der KAP.Ni mitwirkt, zu den Erstunterzeichnern der Kooperationsvereinbarung gehört und jetzt weitere innovative Ansätze zur Versorgung von Pflegebedürftigen entwickelt. Die Pflegekräfte in Niedersachsen brauchen gute Perspektiven und tatsächliche Verbesserungen. Im Juni 2020 werden wir die ersten Fortschritte vorstellen.

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