Kammermagazin #1

Das Mitteilungsblatt der Pflegekammer Niedersachsen

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Susanne Stucke, Pflegefachkraft Kinderonkologie
Foto: Privat

So sieht unser Alltag aus: Die Zustände müssen sich endlich ändern

Pflege in Niedersachsen – das sagt sich so leicht. Wer ist die „Pflege“? Sie ist – bei über 90.000 Pflegefachpersonen – absolut vielfältig, wie unsere fünf Porträts ganz deutlich zeigen.  Susanne Stucke, Pflegefachkraft in der Kinderonkologie an der Medizinischen Hochschule Hannover, berichtet, warum sie die Arbeit in der Onkologie so schätzt und welche Hoffnung sie in die Pflegekammer setzt.

 Johannes Kornacher

Lesezeit: 2 Minuten

Susanne Stucke, Pflegefachkraft für Kinderonkologie, im Portrait

Susanne Stucke
Susanne Stucke

Pflegefachkraft Kinderonkologie, Medizinische Hochschule Hannover (MHH)
  • Alter: 57 Jahre
  • Arbeitsweg: circa 45 Minuten mit öffentlichen
    Verkehrsmitteln
  • Hobbys: Radfahren, Kommunalpolitik

Wenn es um Maßnahmen wie die Tablettenverabreichung geht, findet Susanne Stucke ihre Patienten manchmal etwas anstrengend. „Erwachsenen kannst du sagen, wie es ist“, sagt sie. „Mit Kindern muss man diskutieren.“ Sie sagt das mit einem liebevollen Lächeln. Schon seit 36 Jahren arbeitet die Diplom-Pflegefachkraft auf der Pädiatrischen Onkologie der Medizinischen Hochschule Hannover. Kinder seien besondere Patienten, brauchten mehr Aufmerksamkeit und Motivation. Vielleicht ist es die intensive Begegnung mit Leben und Tod, die sie mit ihren kleinen Schützlingen verbindet. Und mit den Angehörigen. Denn kein Kind sei alleine hier. „Wir arbeiten mit der Familie intensiv zusammen.“

 

„Erwachsenen kannst du sagen, wie es ist. Mit Kindern muss man diskutieren.“ 

- Susanne Stucke 

Auf einer anderen Station zu arbeiten, kann Susanne Stucke sich nicht vorstellen. „Einmal Onkologie, immer Onkologie“, sagt die 57-Jährige. Das liege auch an der Komplexität dieses Fachgebiets, das sich ständig und manchmal in großen Schritten weiterentwickelt. Dass es hinten und vorn an Pflegepersonal fehlt, Pausen selten und Überstunden die Regel sind und manchmal sogar Betten gesperrt werden müssten, findet sie untragbar. Sie hofft auf den Einfluss der Pflegekammer, damit sich die Zustände endlich ändern.

Dass sie dennoch weiterhin gerne ihren Dienst antritt, liege auch am starken Zusammenhalt im Team. „Einer für alle, alle für einen.“ Man unterstützt sich und prägt einen Geist, der auch die harten Momente trägt. „Stirbt ein Kind, ist das für uns alle sehr schlimm.“ Trotz der Belastungen überwiegt das Positive. Es werde viel gescherzt auf der Station 64 A. Und am schönsten sei es immer, wenn ein Kind geheilt nach Hause gehen könne.

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