Kammermagazin #1

Das Mitteilungsblatt der Pflegekammer Niedersachsen

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Egbert Schäpker, Pflegedienstleiter bei einem Verein zur Hilfe seelisch Erkrankter im Emsland
Foto: Olga Edelburg

So sieht unser Alltag aus: Wir haben noch Zeit für Patienten

Pflege in Niedersachsen – das sagt sich so leicht. Wer ist die „Pflege“? Sie ist – bei über 90.000 Pflegefachpersonen – absolut vielfältig, wie unsere fünf Porträts ganz deutlich zeigen.  Egbert Schäpker ist Pflegedienstleiter in der psychiatrisch-häuslichen Krankenpflege. Warum Zeitdruck in seiner Einrichtung kein Problem ist, erzählt er im Interview. 

 Kirsten Gaede

Lesezeit: 2 Minuten

Egbert Schäpker

Egbert Schäpker 

Pflegedienstleiter bei Lotse e.V., Verein zur Hilfe seelisch Erkrankter im Emsland

  • Alter: 46 Jahre
  • Arbeitsweg: 30 Minuten mit dem Auto von Löningen nach Meppen
  • Hobbys: Schwimmen, Radfahren, Laufen („Triathlon in Klein“), Musikhören (besonders New Model Army)

 

Was Pflegedienstleiter Egbert Schäpker erzählt, klingt paradiesisch: Seine sieben Mitarbeiter arbeiten ohne Laufzettel und „Verrichtungsplan“. Ihre Arbeitszeiten können sie selbst mit den Patienten vereinbaren. Möglich macht dies eine ganz besondere Form der ambulanten Pflege: die psychiatrisch- häusliche Krankenpflege (PHKP), die von Fachärzten verordnet und von den Krankenkassen bezahlt wird. Es geht um Nachsorge, aber auch, Krisen früh aufzufangen und Krankenhausaufenthalte zu vermeiden.

 

"Wir arbeiten ohne Laufzettel und 'Verrichtungsplan'."

- Egbert Schäpker 

Seit 2007 gibt es die PHKP als Regelleistung. Ein echter Glücksfall für Egbert Schäpker. „Denn ich wollte nach 13 Jahren im St.- Vinzenz-Hospital Haselünne – zuletzt als Stationsleiter – noch einmal etwas anderes machen.“ Zur Psychiatrie ist der Fachkrankenpfleger eher zufällig gekommen: Nach Raumausstatter Lehre, Zivildienst und Pflegeausbildung suchte er eine volle Stelle. Aber es gab Ende der 90er-Jahre noch lange nicht so viele Angebote wie heute. So nahm Egbert Schäpker, was er bekommen konnte – und das war eine Stelle in der psychiatrischen Fachklinik St. Rochus-Hospital Telgte. Es folgte noch ein kurzer Ausflug in die Somatik, weil er in seine Heimatstadt Löningen zurück wollte. „Doch dort auf der Chirurgie fehlten mir die Gespräche mit den Patienten.“

Zeit für die Patienten – in der Psychiatrie gibt es sie. Und in der psychiatrisch-häuslichen Krankenpflege dazu noch eine hohe Eigenverantwortung. Das sind wohl auch die Gründe, weshalb bei Egbert Schäpker noch nie eine Stelle lange unbesetzt blieb.

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