Ambulant pflegt Niedersachsen - ambulante Pflege hat Zukunft // Erstes Fachsymposium

Datum/Zeit: 05. Dezember 2019, 9:00 - 16:00 Uhr

Veranstaltungsort
Werkhof Hannover Nordstadt
Schaufelder Str. 11
30167 Hannover

Veranstaltungsart
Fachkonferenz

Anmeldung unter: anmeldung@pflegekammer-nds.de.

Bitte geben Sie bei der Anmeldung Ihren vollständigen Namen sowie unbedingt die Session an, für die Sie sich entschieden haben (siehe Programm). Die Teilnahme ist kostenlos.

Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos. Alle Mitglieder der Pflegekammer Niedersachsen sowie Arbeitgeber und Pflege-Interessierte sind herzlich willkommen.

Bis vor wenigen Jahren haben pflegebedürftige Menschen und ihre Angehörigen problemlos einen ambulanten Pflegedienst gefunden. Diese Ausgangssituation hat sich grundlegend verändert. Der deutliche Personalmangel, die starke Zunahme der Pflegebedürftigen und die begrenzten finanziellen Rahmenbedingungen kennzeichnen das Arbeitsfeld.

„Ambulant pflegt Niedersachsen - Ambulante Pflege hat eine Zukunft" folgt dem gesetzlichen Anspruch „ambulant vor stationär“ und der menschlichen Erwartung, vorrangig zuhause unterstützt und gepflegt zu werden. Im Rahmen des ersten, ambulanten Symposiums der Pflegekammer Niedersachsen werden konkrete Handlungsansätze, erforderliche Weiterentwicklungen im Bereich der Pflegeversicherung, gemeinsame Meinungsbildungsprozesse mit Blick auf die Auswirkungen der Unterversorgung und berufspolitische Aspekte (z.B. weitere De-Professionalisierung und Ausbildungsreform) konkret aufgegriffen und erörtert.


Programm:


Zeitraum Thema Referentin oder Referent
09:00 Uhr Ankommen und Begrüßung Sandra Mehmecke, Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen
10:00 - 11:00 Uhr Fachvortrag: „Konzept für eine grundlegende Pflegereform - Pflegevollversicherung mit begrenzter Eigenbeteiligung der Versicherten“ Erika Stempfle, Diakonie Deutschland - Arbeitsfeld ambulante gesundheits- und sozialpflegerische Dienste/ambulante Altenhilfe
11:00 - 12:00 Uhr Fachvortrag: „Personalbedarf am Pflegebedarf orientieren - Personalfragen der ambulanten Pflege im Kontext des gesetzlichen Pflegeverständnisses“ Prof. Dr. Andreas Büscher, Hochschule Osnabrück, Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP)
12:00 - 12:45 Uhr Stärkung, Gespräche, Netzwerke Mittagspause
12:45 - 13:45 Uhr „Ein Tag ohne professionelle Pflege - Unter- und Fehlversorgung in der ambulanten Pflege“ Prof. Dr. Martina Hasseler, Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften -Fakultät Gesundheitswesen
Klinische Pflege (Pflegewissenschaft, Gerontologie, Rehabilitation)
14:00 - 16:00 Uhr Nehmen Sie an einem Fachdialog teil. Es stehen fünf Sessions zur Auswahl. Bitte geben Sie bei der Anmeldung Ihre bevorzugte Session an.

14:00 - 16:00 Uhr Sessions (Fachdialoge):

Auf der Grundlage von zehn Impulsen bzw. Vorträgen bietet sich den Teilnehmenden die Gelegenheit zum Fachaustausch und gemeinsame Überlegungen von konstruktiven Handlungs-und Entwicklungsansätzen.

Session 1

14:00 Uhr Pflegefachliche und berufspolitische Konsequenzen aus dem Einsatz von Hilfskräften in der Behandlungspflege SGB V

  • Volker Wagner | Geschäftsführung Diakoniestation Harz-Heide
  • Elisabeth Gleiß | Pflegekammer Niedersachsen

15:00 Uhr Ende der „Rennpflege“ - bedarfsorientierte ambulante Pflege als Zeitleistung, Budget oder Leistungskomplex?

  • Prof. Dr. Andreas Büscher | Hochschule Osnabrück, Fakultät Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Deutsches Netzwerk für Qualitätsentwicklung in der Pflege (DNQP)
  • Christine Mitrenga | AWO-Sozialstation Delmenhorst

Um die Rahmenbedingungen in der ambulanten Pflege gibt es viele Diskussionen. Auf Grund von Personalmangel und den Rahmenbedingungen der Pflege- und Krankenversicherung werden zur Sicherstellung der Versorgung Entscheidungen getroffen, die pflegefachlich, berufspolitisch und wirtschaftlich zu hinterfragen, im Kontext von Pflegequalität, Attraktivität des Arbeitsfeldes und Wirtschaftlichkeit der Leistungserbringung in diesem Forenbereich zu erörtern sind. 

Session 2

14:00 Uhr Betriebswirtschaftliche Kennzahlen als Grundlage für die wirtschaftliche Steuerung von Prozessen und Abläufen in Pflegediensten

  • Rainer Cech | Wirtschaftsprüfer - PKF Fasselt Schlage Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

15:00 Uhr Mitarbeitendenorientierte Tourenplanung - ein erfolgreicher Handlungsansatz zur Mitarbeitendenbindung

  • Stefan Taphorn | Sozialstation Nordkreis Vechta gemeinnützige GmbH

Was haben betriebswirtschaftliche Kennzahlen mit einer sozialen, pflegerischen Hilfestellung, einem „Dienst am Menschen“ zu tun? Die Rahmenbedingungen für ambulante Pflege, die Ökonomisierung und die Professionalisierung dieses Arbeitsfeldes haben verstärkt zu einer Auseinandersetzung mit betriebswirtschaftlichen Zusammenhängen geführt. Für die Ausgestaltung von Prozessen z.B. der Touren- bzw. Einsatzplanung, der Koordinations- und Organisationszeiten und der Mitarbeitendenorientierung sowie die Einzelverhandlung von Rahmenbedingungen sind entsprechende Kenntnisse notwendig, hilfreich und erfolgsversprechend.  

Session 3

14:00 Uhr Nur eine gesunde Führungskraft kann gesund führen! -Gesundheitsförderliche Führung als Ressource in der täglichen Praxis

  • Dr. Sabine Gregersen | Leitung Bereich Gesundheitswissenschaften, Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)

15:00 Uhr Was löst Unterversorgung bei den Mitarbeitenden im Pflegedienst aus? – ein moralisches und berufspolitisches Dilemma

  • Prof. Dr. Martina Hasseler | Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften -Fakultät Gesundheitswesen, Klinische Pflege (Pflegewissenschaft, Gerontologie, Rehabilitation)

Zum „Betrieblichen Gesundheitsmanagement“ (BGM) gehören vielfältige Maßnahmen, wie z.B. verlässliche Dienstplanung, gesundheitsförderliche Angebote. Führungskräfte stehen in der Verantwortung für die sehr unterschiedlichen BGM-Ansätze. Doch was ist mit den Führungskräften, wie steht es mit der „Selbstpflege“ und der Gesundheit dieser Personen?

Gesundheit, Zufriedenheit und Identifikation mit dem Beruf sind wichtige, miteinander verbundene Aspekte. Wenn die eigene Arbeit nicht mehr den eigenen, berufspolitischen Ansprüchen gerecht wird, Versorgungen nicht bedarfsorientiert erbracht werden können, macht dies krank und demotiviert.

Session 4

14:00 Uhr Aktueller Stand zur Umsetzung der „Generalistik“ – Anforderungen aus und an die Praxis

  • Dr. Jochen Berentzen | Vorstand Pflegekammer Niedersachsen

15:00 Uhr care4future - Das innovative Konzept zur regionalen Nachwuchskräftesicherung in den Pflegeberufen

  • Sina Steffen | contec GmbH 

Das Pflegeberufegesetz legt die Grundlagen für die Tätigkeit der Pflegefachpersonen und der Ausbildung in diesem Arbeitsfeld. Die Reform dieses Gesetzes, mit dem Stichwort „Generalistik“, hat viele praxisrelevante Neuerungen mit sich gebracht und viele Fragen sind dabei noch offen. Ein Situationsbericht ist Teil dieses Forenbereichs. Zusätzlich müssen die Ausbildungszahlen deutlich erhöht werden, um bereits dem aktuellen Pflegefachpersonenbedarf gerecht zu werden. Hierzu wird mit „care4future“ ein Projekt zur gezielten Ansprache von jungen Menschen vorgestellt. Das Projekt wurde vom Bundesministerium für Arbeit gefördert und wird z.B. in Rheinland-Pfalz vom Land getragen und erfolgreich umgesetzt.

Session 5

14:00 Uhr „Gesetz zur Stärkung von Rehabilitation und intensivpflegerischer Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung - RISG“ – Hintergründe und Zielsetzung, ein Sachstandsbericht

  • angefragt

15:00 Uhr Die besonderen An- und Herausforderungen in der ambulanten Kinderkrankenpflege – ein aktueller Statusbericht

  • Heike Witte | Geschäftsführerin Krank und Klein - bleib daheim GmbH

Beatmungspatientinnen und -patienten sollen nach dem Krankenhausaufenthalt besser betreut werden. Das ist Ziel des Referentenentwurfs für ein „Gesetz zur Stärkung von Rehabilitation und intensivpflegerischer Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung“. Danach sollen die Qualitätsstandards für die Versorgung von Menschen, die z. B. nach einem Unfall oder aufgrund einer Erkrankung künstlich beatmet werden müssen, erhöht werden. Die Hintergründe und Zusammenhänge dieses Gesetzesvorhabens sowie ein Austausch zu den aktuellen, als „besorgniserregend“ zu bezeichnenden, Herausforderungen in der Kinderkrankenpflege stehen im Mittelpunkt dieses Forenbereiches