DEUTSCHER PFLEGETAG BERLIN // Austausch, Diskussionen und Visionen in der Pflege

v.l.n.r. Dr. Marcus Mai (Landespflegekammer Rheinland-Pfalz), Sandra Mehmecke (Pflegekammer Niedersachsen), Jens Spahn (Bundesgesundheitsminister), Patricia Drube (Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein)
Gemeinschaftlicher Informationsstand der drei Pflegekammern
Pflegekammern im Dialog auf dem Deutschen Pflegetag 2019

Die Pflege trifft sich in Berlin - vom 14. bis 16.03.2019 fand in der STATION-Berlin der 6. Deutsche Pflegetag statt. In unterschiedlichen Formaten haben die rund 10.000 Teilnehmenden gemeinsam gearbeitet, diskutiert und Kontakte geknüpft. Vorstandsmitglied und Vertreter der Altenpflege Sascha Sandhorst resümiert: „Besonders motivierend fand ich den Charity-Lauf von Jens Wackerhagen von Berlin nach Hannover im Rahmen des Pflegetags. Hier wird ein großer Einsatz geleistet, um persönlich für die Pflege etwas zu bewegen. Wir alle können unseren eigenen Beitrag zur Gestaltung unseres Berufsstandes leisten. Das muss nicht gleich ein Marathon-Lauf sein, die Teilnahme an einer Pflegeveranstaltung zur Aktualisierung des Wissenstands kann ebenso ein wichtiger Beitrag sein.“

Auch die drei Pflegekammern haben aktiv im Programm mitgewirkt. Am Freitagvormittag sind Patricia Drube (Präsidentin Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein), Dr. Marcus Mai (Präsident Landespflegekammer Rheinland-Pfalz) und Sandra Mehmecke (Präsidentin Pflegekammer Niedersachsen) in den Dialog getreten. Die Podiumsdiskussion stand unter dem Thema „Stark, stärker, Pflegekammern - eine starke Macht auf dem Weg zur professionellen Selbstverwaltung“. Die drei Präsident/innen haben in der Podiumsdiskussion hervorgehoben, dass es keine Organisation in Deutschland gebe, die auch nur annähernd so viele Pflegefachpersonen vertritt wie die drei Pflegekammern. Insgesamt mehr als 150.000 Pflegefachpersonen verfügen durch die drei Pflegekammern über eine berufsständische Vertretung in Form einer Selbstverwaltung ihrer Berufsgruppe. Kammerpräsidentin Mehmecke unterstreicht die Bedeutung der Rolle der Pflegekammern, um auf politische Entscheidungen, die die Pflege betreffen, Einfluss zu nehmen: „In 2019 stehen im Land Niedersachsen zahlreiche Änderungen, zum Beispiel für die psychiatrische Versorgung durch Erneuerungen von Verordnungen und Gesetzgebungsprozessen an. Es ist wichtig, dass wir die Perspektive der Kolleginnen und Kollegen der psychiatrischen Pflege genau dort einbringen. Die Pflegekammer ist das Instrument, um das möglich zu machen. Es gibt unglaublich viele Kolleginnen und Kollegen in Niedersachsen die mitarbeiten, ihre pflegefachliche Expertise einbringen wollen und sich aktiv als Expertin oder als Experte für ein Thema melden. Wir Pflegefachpersonen in Niedersachsen sind nun aufgefordert, an politischen Entscheidungen mitzuwirken.“ Teilnehmende des Pflegekongresses aus anderen Bundesländern, die sich während der Podiumsdiskussion mit einer Stellungnahme beteiligt haben, bedauerten, dass ihnen dieses Mitwirkungsrecht noch verwehrt sei.

Podiumsdiskussion zum Thema „Stark, Stärker, Pflegekammern - eine starke Macht auf dem Weg zur professionellen Selbstverwaltung" auf dem Deutschen Pflegetag 2019
v.l.n.r. Sandra Mehmecke (Pflegekammer Niedersachsen), Patricia Drube (Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein), Dr. Marcus Mai (Landespflegekammer Rheinland-Pfalz)

Auch außerhalb der Podiumsdiskussion war es möglich in den Dialog mit den Vertreterinnen und Vertretern der Pflegekammer Niedersachsen zu treten und direkte Fragen zu stellen. In der Eingangshalle war ein gemeinschaftlicher Informationsstand der drei Pflegekammern Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz aufgebaut. Über alle drei Kongresstage waren Mitglieder der Kammerversammlung, des Vorstands und die Präsident/innen sowie ihre Stellvertretungen ansprechbar. Viele Interessierte haben die Möglichkeit genutzt, um in den direkten Austausch zu treten und es wurden wichtige Kontakte geknüpft. Unter den Besuchern des Stands war am Freitagnachmittag auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. Nicht nur auf Landesebene nehmen die Pflegekammern eine wichtige Rolle in pflege- und gesundheitspolitischen Angelegenheiten ein, sondern auch auf Bundesebene werden die Kammern als Ansprechpartner wahrgenommen.

v.l.n.r. Dr. Marcus Mai (Landespflegekammer Rheinland-Pfalz), Sandra Mehmecke (Pflegekammer Niedersachsen), Jens Spahn (Bundesgesundheitsminister), Patricia Drube (Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein)
Geimeinschaftlicher Informationsstand der drei Pflegekammer Niedersachsen, Landespflegekammer Rheinland-Pfalz und der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein auf dem Deutschen Pflegetag 2019

Am Freitagnachmittag haben Akteure der Pflegepraxis, Verbände, Wissenschaft und Politik zum Thema „Neuverteilung der Aufgaben im Gesundheitswesen“ und dabei auch zum Thema Delegation bzw. Substitution heilkundlicher Tätigkeiten diskutiert. Die Pflegekammer Niedersachsen war mit Tobias Immenroth vertreten. Es wurde deutlich, dass sich kleinteilige Lösungen im bestehenden System nicht als zielführend und nachhaltig erweisen werden. „Ziel muss es sein, eine zukunftsfeste Versorgungssicherheit nicht nur in Ballungszentren, sondern auch in der Fläche sicherzustellen. Dazu müssen die unterschiedlichen Kompetenzen aller Gesundheitsfachberufe einbezogen werden. Die Heilberufe in der Pflege sind bereit, hierzu ihren Beitrag zu leisten.", so Immenroth. Er machte deutlich: „Die Probleme sind hinlänglich bekannt. Die Lösungsmöglichkeiten sind bekannt. Nur die notwendigen Entscheidungen in Bundestag, Bundesrat und den Länderparlamenten sind mehr als überfällig.“ Staatssekretär Andreas Westerfellhaus nahm diese deutliche Botschaft ins Bundesgesundheitsministerium mit.

Vertreterinnen und Vertreter der Ausschüsse Weiterbildung der drei Kammern Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz nutzten den Pflegetag als Plattform für ein gemeinsames Treffen. „Es wurden intensive und konstruktive Gespräche für eine länderübergreifende Zusammenarbeit im Bereich Bildung geführt.“, so Dr. Berentzen.

v.l.n.r. Andreas Westerfellhaus (Staatssekretär) und Tobias Immenroth (Pflegekammer Niedersachsen)
Vertretende der Ausschüsse Weiterbildung der drei Pflegeberufekammern auf dem Deutschen Pflegetag

Die Entwicklung der Zukunft der Pflege betrifft im besonderen Maß die jungen Kolleginnen und Kollegen, die unseren Beruf noch lange ausüben werden. In der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz und der Pflegekammer Niedersachsen bringen Felix Müller (Mitglied der Vertreterversammlung der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz) und Nora Wehrstedt (Stellvertretende Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen) die Perspektive der jungen Pflegefachpersonen in die Entscheidungen der Kammerversammlungen ein. Auf dem Deutschen Pflegetag wurden länderübergreifend gemeinsame Ideen für die weitere Zusammenarbeit besprochen. „Wir sind in den Austausch gegangen, was die junge Pflege in Rheinland-Pfalz und Niedersachsen bewegt. Zukünftig wollen wir gemeinschaftliche Projekte mit den jungen Kolleginnen und Kollegen der beiden Bundesländer planen. Unser Ziel ist es, die Arbeit der Kammern zu unserem Nachwusch in die Schulen und Hochschulen zu bringen und gemeinsam berufspolitisch aktiv zu werden.“, so Wehrstedt.

Nora Wehrstedt (Pflegekammer Niedersachsen) und Felix Müller (Landespflegekammer Rheinland-Pfalz)

Am Freitagabend fanden sich die Kongressteilnehmenden zu einer gemeinsamen Party unter dem Motto „Die Pflege feiert sich selbst! Und warum? - Weil Sie es sich verdient haben.“. Der Abend war eine optimale Möglichkeit neue Kontakte zu knüpfen und in einer entspannten Atmosphäre einfach ins Gespräch zu kommen.

Beendet wurde der Deutsche Pflegetag am Samstagnachmittag mit einer Rede von Staatssekretär Andreas Westerfellhaus. „Pflegetag: Da kann der Azubi mit dem Manager sprechen, da kann die Fachkraft ganz barrierefrei mit der Politik ins Gespräch kommen“, so Westerfellhaus. Der nächste Deutsche Pflegetag findet vorausichtlich in der 11. Kalenderwoche 2020 in Berlin statt. Die Mitglieder der Pflegekammern in Deutschland können sich über eine Vergünstigung bei der Ticketbestellung freuen. „Wir werden uns dafür einsetzen, dass auch in Niedersachsen Veranstaltungen wie diese als Bildungsurlaub angesehen werden. In anderen Bundesländern ist das bereits der Fall.“, bekräftigen die Vorstandsmitglieder Melina Kregel und Dr. Jochen Berentzen bei einem gemeinsamen Rückblick auf die vergangenen Kongresstage.

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