Häufig gestellte Fragen zur Corona-Prämie

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Zuletzt aktualisiert am 22.07.2020

Viele Pflegende leisten während der Corona-Pandemie Außergewöhnliches, um Menschen medizinisch und pflegerisch zu versorgen. Um diese besonderen Leistungen zu würdigen, hat der Bundestag per Gesetz eine einmalige Sonderzahlung an Beschäftigte in der Altenpflege beschlossen: Die Corona-Prämie. Pflegeeinrichtungen sind nun in der Pflicht, in 2020 eine einmalige Sonderzahlung (Corona-Prämie) in Höhe von bis zu 1.000 Euro an ihre Beschäftigten auszuzahlen. Allein in Niedersachsen profitieren von der Corona-Prämie Beschäftigte in rund 3.200 Pflegeeinrichtungen, davon Beschäftigte in 1.300 ambulanten Diensten und in 1.900 Pflegeheimen.

Doch wer hat konkret Anspruch auf die Corona-Prämie? Wie hoch ist diese? Wie erfolgt die Auszahlung?

Im Folgenden finden Sie Antworten auf häufig gestellte Fragen zur Corona-Prämie:

1) Corona-Prämie für Pflegende – Was ist damit gemeint?

Beschäftigte in der Altenpflege sollen im Jahr 2020 eine einmalige Sonderzahlung (Corona-Prämie) in Höhe von bis zu 1.000 Euro erhalten. Das haben die Bundesregierung und der Bundestag per Gesetz beschlossen. Die einmalige Auszahlung dient laut Gesetz der „Wertschätzung“ der Beschäftigten angesichts der besonderen Anforderungen während der Corona-Pandemie. Die Prämie ist gestaffelt. Sie wird von den Pflegeeinrichtungen an ihre Beschäftigten ausgezahlt. Pflegeeinrichtungen und die Länder können die Prämie zusätzlich auf bis zu 1.500 Euro steuer- und abgabenfrei aufstocken.

2) Wer hat Anspruch auf die Corona-Prämie?

Laut „zweite[m] Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ haben Vollzeit- und Teilzeitbeschäftigte in der Altenpflege Anspruch auf die Corona-Prämie. Voraussetzung dafür ist, dass die Beschäftigten im Zeitraum von vom 1. März 2020 bis einschließlich 31. Oktober 2020 (=Bemessungszeitraum) für mindestens drei Monate in einer oder für eine Pflegeeinrichtung gearbeitet haben.

Auch Auszubildende, Freiwilligendienstleistende, Helferinnen und Helfer im freiwilligen sozialen Jahr, Leiharbeiter sowie Mitarbeitende in Servicegesellschaften haben Anspruch auf die Prämie.

3) Welche Voraussetzungen müssen für die Prämie erfüllt sein?

Um die Corona-Prämie erhalten zu können, müssen Beschäftigte in der Altenpflege im Zeitraum vom 1. März 2020 bis einschließlich 31. Oktober 2020 für mindestens drei Monate in einer oder für eine Pflegeeinrichtung tätig gewesen sein.

4) Wer zahlt die Prämie aus?

Der Arbeitgeber zahlt die Prämie an seine Beschäftigten aus. Die Bonuszahlung wird in Pflegeeinrichtungen durch die soziale Pflegeversicherung und im ambulanten Bereich anteilig durch die gesetzliche Krankenversicherung mittels Vorauszahlung erstattet.

 

5) Wie hoch ist die Prämie?

Die einmalige Corona-Prämie wird gestaffelt ausgezahlt. Die Prämie wird anhand von zwei Kriterien bemessen: 1) der wöchentlich geleisteten Arbeitszeit der Beschäftigten sowie 2) dem Anteil, den Beschäftigte in der direkten Pflege und Betreuung tätig waren.

  • Mit 1.000 € erhalten Vollzeitbeschäftigte in der direkten Pflege und Versorgung die höchste Prämie. Diese Beschäftigten stehen zu einem überwiegenden Teil ihrer Arbeitszeit im direkten Kontakt mit Pflegebedürftigen. Hierzu zählen zum Beispiel Pflegefachpersonen, Pflegehelfer/-innen, Betreuungskräfte, Alltagsbegleiter/-innen.
  • 667 € gibt es für Vollzeitbeschäftigte, die mindestens 25% ihrer Arbeitszeit tagesstrukturierend, aktivierend, betreuend oder pflegend tätig sind. Dazu zählen zum Beispiel Beschäftigte in der Verwaltung, der Küche, am Empfang, in der Haustechnik, Gebäudereinigung, der Garten- und Geländepflege, der Wäscherei, Logistik oder im Sicherheitsdienst.
  • Für alle übrigen Vollzeitbeschäftigten ist eine Prämie von 334 € vorgesehen.
  • Auch die Auszubildenden zur Pflegefachperson in den Pflegeeinrichtungen, (Pflegefachfrau/-mann, Altenpfleger-/innen, Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger-/innen, Gesundheits- und Krankenpfleger-/innen) sollen eine Prämie in Höhe von 600 € erhalten.
  • Freiwilligendienstleistende (FSJler) im Bundesfreiwilligendienst und im freiwilligen sozialen Jahr, die in Pflegeeinrichtungen tätig sind, sollen eine Prämie in Höhe von 100 € erhalten. 
6) Erhalten auch Teilzeitbeschäftigte die Prämie?

Ja, für Teilzeitbeschäftigte wird die Prämie entsprechend anteilig berechnet. Dabei wird die durchschnittliche Arbeitszeit, die im Bemessungszeitraum tatsächlich wöchentlich geleistet wurde, ins Verhältnis zur regelmäßigen Arbeitszeit der Vollzeitkräfte derselben Pflegeeinrichtung gesetzt. Mit einer Ausnahme: Ab einer wöchentlichen Arbeitszeit von 35 Stunden wird die Prämie ungekürzt ausgezahlt.

7) Muss ich einen Antrag stellen, um die Prämie zu erhalten?

Nein, sofern Sie Anspruch auf die Prämie haben, zahlt der Arbeitgeber die Corona-Prämie aus. Die Auszahlungen erfolgen, nachdem Ihr Arbeitgeber die Vorauszahlung durch die Pflegekasse erhalten hat. Beschäftigte erhalten die Auszahlung entweder gesondert oder mit Ihrem regelmäßigen Arbeitslohn.

 

8) Wann wird die Prämie ausgezahlt?

Laut Gesetz sollen Arbeitgeber die Prämien „unverzüglich nach Erhalt der Vorauszahlung“ an ihre Beschäftigten auszahlen, spätestens allerdings mit der „nächstmöglichen regelmäßigen Entgeltauszahlung“.

Damit Pflegeeinrichtungen ihren Beschäftigten die Prämie auszahlen können, stellen die Pflegekassen sicher, dass alle Arbeitgeber den Betrag, den sie für die Auszahlung benötigen und gemeldet haben als Vorauszahlung erhalten. Bis spätestens zum 15. Juli 2020 erhalten die Pflegeeinrichtungen die Vorauszahlungen für Beschäftigte, die bis zum 1. Juni 2020 die Voraussetzungen erfüllen bzw. erfüllt haben.

Die Vorauszahlungen für Pflegende, die die Voraussetzungen erst bis zum 31. Oktober 2020 erfüllen (weil Beschäftigte z.B. erst im Mai einen neuen Job angetreten haben), erhalten die Pflegeeinrichtungen bis spätestens zum 15. Dezember 2020.

9) Ich bin Pflegedienstleitung oder Geschäftsführer/in in der Altenpflege. Was muss ich tun, damit meine Beschäftigten die Corona-Prämie erhalten?

Damit Ihre Beschäftigten die Corona-Prämie erhalten können, müssen Sie die Höhe der zu zahlenden Prämien ermitteln und die Gesamthöhe aller Prämien an Ihre zuständige Pflegekasse melden. Hierfür gelten zwei Fristen:

  • Bis zum 19.06.2020 für die Beschäftigten, die bis zum 01.06.2020 die Voraussetzungen für den Erhalt der Corona-Prämie erfüllen
  • Bis zum 15.11.2020 für die Beschäftigten, die bis zum 31.10.2020 die Voraussetzungen für den Erhalt der Corona-Prämie erfüllen

Die Landesverbände der Pflegekassen sowie die Ersatzkassen legen fest, welche Pflegekasse für die Durchführung des Verfahrens zur Corona-Prämie zuständig ist. Sie möchten erfahren, welche Kasse für Sie zuständig ist? Hier finden Sie auf der Website des GKV-Spitzenverbands eine Liste der Pflegekassen, die für die Auszahlung der Prämien zuständig sind, und deren Kontaktadressen. 

Hier geht es zum Antragsfomular für die Auszahlung der Corona-Prämie auf der Website des GKV-Spitzenverbands.

Nach der Vorauszahlung durch die Pflegekasse, sind die Prämien „unverzüglich nach Erhalt der Vorauszahlung“ an die Beschäftigten auszuzahlen, spätestens jedoch mit der „nächstmöglichen regelmäßigen Entgeltzahlung“.

Spätestens bis zum 15. Februar 2021 müssen Pflegeeinrichtungen die tatsächliche Prämien-Auszahlung an die Pflegekassen zurückmelden. So können zu geringe oder zu hohe gezahlte Beträge korrigiert werden.

Sie möchten nachlesen, auf welche Festlegungen zur Corona-Prämie sich der GKV-Spitzenverband mit den Bundesvereinigungen der Träger ambulanter und stationärer Pflegeeinrichtungen geeinigt hat?

 

  • Festlegungen des GKV-Spitzenverbandes nach § 150a Absatz 7 SGB XI über die Finanzierung von Sonderleistungen während der Coronavirus SARSCoV-2-Pandemie für Beschäftigte in Pflegeeinrichtungen (Prämien-Festlegungen Teil 1) vom 29.05.2020: PDF-Download der Prämien-Festlegungen Teil 1 

  • Festlegungen des GKV-Spitzenverbandes nach § 150a Absatz 7 SGB XI über die Finanzierung von Sonderleistungen während der Coronavirus SARSCoV-2-Pandemie für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die im Rahmen einer
    Arbeitnehmerüberlassung oder eines Werk- oder Dienstleistungsvertrags in Pflegeeinrichtungen eingesetzt werden
    (Prämien-Festlegungen Teil 2) vom 15.06.2020: PDF-Download der Prämien-Festlegungen Teil 2 
10) Wird in Niedersachsen die Corona-Prämie auf bis zu 1.500 Euro aufgestockt?

Der niedersächsische Landtag hat im Juli in einer Beratung zum zweiten Nachtragshaushalt beschlossen, die Corona-Prämie für Beschäftigte in der Altenpflege aufzustocken. Dafür stellt das Land insgesamt 50 Millionen Euro zur Verfügung. Beschäftigte in der Altenpflege erhalten somit eine Prämie von bis zu 1500 Euro. Die zusätzlichen Mittel werden vom Landesamt für Soziales, Jugend und Familie ausgezahlt. Ab dem 1. August 2020 können Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber dort den Bescheid der Pflegekassen über die Auszahlung des Bundesanteils der Corona-Prämie einreichen und für ihre Beschäftigten die Aufstockung um den Landesanteil beantragen.

Hier finden Sie die Pressemitteilung des Niedersächsischen Sozialministeriums vom 16.07.2020 zur Aufstockung der Prämie. 

Informationen zur Aufstockung der Corona-Prämie finden Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber hier auf der Website des Niedersächsischen Landesamts für Soziales.

11) Aufstockung auf 1.500 Euro: Was bedeutet das für mich als Beschäftigte/r in der Altenpflege?

Laut Gesetz können die Pflegeeinrichtungen und die Länder die Prämie steuer- und sozialabgabenfrei aufstocken. Die Aufstockung durch die Pflegeeinrichtungen kann ganz oder anteilig durch die Länder gegenüber den Pflegeeinrichtungen erstattet werden. Zur Aufstockung gibt es aber folgende Höchstgrenzen:

  • Bis zu 1500 € für Beschäftigte in der direkten Pflege und Betreuung von Pflegebedürftigen
  • Bis zu 1000 € für Beschäftigte die mit 25% ihrer Arbeitszeit tagesstrukturierend, aktivierend, betreuend oder pflegend mit den Pflegebedürftigen tätig sind
  • Bis zu 500 € für die übrigen Beschäftigten der Pflegeeinrichtungen
  • Bis zu 900 € für Auszubildende in Pflegeeinrichtungen (gemäß Pflegeberufegesetz)
  • Und bis zu 150 € für Freiwilligendienstleistende in Pflegeeinrichtungen

 

12) Ich war im Bemessungszeitraum krank oder hatte Urlaub. Habe ich trotzdem Anspruch auf die Prämie?

Keine Sorge. Sofern Ihre Tätigkeit nicht länger als 14 Tage unterbrochen war, haben Sie Anspruch auf die Prämie, wenn Sie die oben genannten Voraussetzungen erfüllen. Von einer Überschreitung der 14 Tage ausgenommen sind hierbei:

  • ein Ausfall durch eine COVID-19 Erkrankung,
  • ein Ausfall wegen diesbezüglicher Quarantänemaßnahmen,
  • ein Ausfall wegen eines Arbeitsunfalls,
  • und ein Ausfall auf Grund von Erholungsurlaub.
13) Habe ich trotz Kurzarbeit Anspruch auf die Prämie?

Bei Kurzarbeit wird die Prämie anhand Ihrer im Bemessungszeitraum (1. März bis einschließlich 31. Oktober 2020) tatsächlich in der Pflegeeinrichtung geleisteten Stunden ermittelt, die Sie im Durchschnitt pro Woche geleistet haben.

 

Quelle: „Zweites Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“, 

Mehr Infos zum Gesetz  finden Sie auf der Website des Bundesministeriums für Gesundheit.

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