Fragen und Antworten zur Nutzung von persönlicher Schutzausrüstung (PSA)

Im Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie treten bei Pflegefachpersonen in allen Versorgungsbereichen immer wieder Unsicherheiten zur korrekten Verwendung von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) auf. Wir haben im Folgenden Fragen und Antworten und die wichtigsten Links zur korrekten Nutzung von PSA zusammengestellt:

Wer ist für die Bereitstellung der persönlichen Schutzausrüstung verantwortlich?

Der Arbeitgeber ist nach Angaben der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung in der Verantwortung, die Gefährdungslage zu ermitteln und eine der Gefährdungslage entsprechende persönliche Schutzausrüstung (PSA) zur Verfügung zu stellen.

Welche Empfehlungen gibt es zur Nutzung von MNS?

Ein Mund-Nasen-Schutz (MNS) wird laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin bei gesichtsfernen Tätigkeiten (mindestens 1,5 m Abstand) von kürzerer Dauer oder guter Lüftungssituation empfohlen. Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes wird auch bei gesichtsnahen Tätigkeiten (Abstand  unter 1,5 m) empfohlen, wenn  Bewohner*innen und Patient*innen ebenfalls eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Wenn dies nicht möglich ist, ist eine FFP2-Maske sowie eine Schutzbrille oder ein Gesichtsschild zu nutzen (s.u.).

Der MNS ist, so die Empfehlung der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege, bei Durchfeuchtung und (potentieller) Kontamination unverzüglich zu wechseln.

Wann ist das Tragen einer Atemschutzmaske empfohlen?

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege rät: Wenn Patient*innen und Bewohner*innen aus gesundheitlichen Gründen keinen MNS tragen können und gesichtsnahe Tätigkeiten (Abstand unter 1,5 m) zu verrichten sind, sollte eine FFP2-Maske und zusätzlich eine Schutzbrille oder ein Gesichtsschild genutzt werden.

Bei gesichtsnahen Tätigkeiten, die länger andauern oder bei schlechter Lüftungssituation wird von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit das Tragen einer FFP2-Maske empfohlen.

Bei Patienten mit Verdacht auf Covid-19 oder bei bestätigter Infektion ist laut Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege eine FFP2-Maske zu tragen.

Bei einem hohen Infektionsrisiko durch Aerosole, z.B. im Rahmen einer Bronchoskopie, ist laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit eine FFP3 Maske zu nutzen.

Grundsätzlich gilt es, Atemschutzmasken nach Herstellerangaben zu verwenden und zu wechseln. So empfiehlt es  die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege. Die angegebenen Tragezeiten sind zu beachten. So wird beim Tragen von FFP2-Masken nach 2-stündiger-Tragedauer eine Pause von 30 Minuten empfohlen. Bei FFP2 Maske ohne Ausatemventil beträgt die maximale Tragedauer laut Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitssicherheit 75 Minuten mit anschließender Pause von 30 Minuten.

Wie schütze ich mich bei Verdachtsfällen oder bestätigten Covid-19-Fällen?

Neben der strikten Einhaltung der Basishygiene einschließlich der Händehygiene ist eine Schutzausrüstung zu tragen. Dazu gehören:

  • Einweghandschuhe
  • Langärmelige Schutzkittel
  • Mindestens FFP2 Maske ohne Ausatemventil
  • Schutzbrille/ Gesichtsschild

Was ist bei der Nutzung von persönlicher Schutzausrüstung (PSA) und Arbeitskleidung zu beachten?

Persönliche Schutzausrüstung und Arbeitsbekleidung wird grundsätzlich personenbezogen genutzt. Die Aufbewahrung von Arbeitskleidung und PSA erfolgt getrennt von der Alltagskleidung. Ein Wechsel der Arbeitskleidung ist laut BGW bei Verschmutzung und nach Schichtende vorzunehmen. Kontaminierte und potenziell kontaminierte Arbeitskleidung ist wie Schutzkleidung zu behandeln und über die Einrichtung waschen zu lassen.

Wer ist für die Beschaffung von Schutzmaterialien verantwortlich?

An erster Stelle steht der Arbeitgeber in der Pflicht, persönliche Schutzausrüstung zur Verfügung zu stellen. Der Arbeitgeber ist verpflichtet, die erforderlichen Mittel bereitzustellen und darf die Kosten nicht den Beschäftigten auferlegen. Er hat zu ermitteln, welche Maßnahmen des Arbeitsschutzes erforderlich sind. Dieses hat er in der Gefährdungsbeurteilung zu dokumentieren. Dabei wird er von der Fachkraft für Arbeitssicherheit und dem Betriebsarzt bzw. -ärztin unterstützt; weitere Unterstützung erhält er von der Berufsgenossenschaft. Weiterhin ist der Arbeitgeber verpflichtet, die Beschäftigten über Gesundheitsschutzmaßnahmen angemessen zu unterweisen. Die Beschäftigten haben das Recht, ihrem Arbeitgeber Vorschläge zu allen Fragen der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes bei der Arbeit zu machen.

Was kann ich bei fehlender bzw. ungenügender Schutzausrüstung tun?

Ist die persönliche Schutzausrüstung mangelhaft oder teilweise fehlend, müssen sich Mitarbeitende zunächst direkt an ihren Arbeitgeber wenden. Ansprechpartner/in ist die Fachkraft für Arbeitssicherheit oder der/die Betriebsarzt/-ärztin.

Bietet der Arbeitgeber nach Beschwerde keine Lösung, können sich die Beschäftigten aufgrund konkreter Anhaltspunkte, dass die vom Arbeitgeber getroffenen Maßnahmen und bereitgestellten Mittel nicht ausreichen, um die Sicherheit und den Gesundheitsschutz bei der Arbeit zu gewährleisten, an die zuständige Behörde wenden, z. B. das zuständige staatliche Gewerbeaufsichtsamt. Dadurch dürfen den Beschäftigten keine Nachteile entstehen.

 

Quellen & ausführliche Informationen:

 

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