Informationen zur Impfung gegen COVID-19

Am 27. Dezember 2020 fanden nach Zulassung des Impfstoffs von BioNTech/Pfizer bundesweit die ersten Impfungen gegen das Coronavirus statt. Damit ist die bislang größte Impfaktion der Bundesrepublik gestartet. Seit Impfstart haben nach Angaben des Robert-Koch-Instituts mehr als 118.000 Menschen in Niedersachsen ihre Erstimpfung gegen das Coronavirus erhalten (Stand: 22.01.2021). Die Impfquote liegt in Niedersachsen aktuell bei 1,5 Prozent der Gesamtbevölkerung. Zu den ersten Geimpften zählen vor allem Bewohnerinnen und Bewohner von Alten- und Pflegeheimen, Beschäftigte in Pflegeheimen und Krankenhäusern. Denn sie haben ein erhöhtes Risiko, an SARS-CoV-2 zu erkranken. Zum Eigenschutz und damit die Corona-Pandemie eingedämmt werden kann, ist es wichtig, dass sich möglichst viele Menschen gegen COVID-19 impfen lassen.

Im Folgenden finden Sie Infos zur Impfung gegen das Coronavirus.

1. Was genau ist COVID-19?

COVID-19 ist eine virale Erkrankung, die durch eine Infektion mit SARS-CoV-2 auftreten kann. Der Krankheitsverlauf kann hinsichtlich Symptomatik und Schwere stark variieren: Der Verlauf kann asymptomatisch (ohne das Auftreten von Symptomen), leicht symptomatisch (erkältungsähnliche Symptome) oder stark symptomatisch sein mit weiteren Organbeteiligungen, welche zum Lungen- und Multiorganversagen bis hin zum Tod führen können.

Da das Virus auch durch Personen mit asymptomatischer COVID-19-Erkrankung übertragen werden kann und generell auch sehr leicht übertragbar ist, breitet sich SARS-CoV-2 rasant aus. Weltweit wurden bis Anfang Januar 2021 über 85 Mio. COVID-19-Erkrankungen und mehr als 1,8 Mio. Todesfälle registriert.

In Deutschland sind bisher über 1,8 Millionen Menschen an COVID-19 erkrankt und mehr als 38.000 Menschen in Verbindung mit einer COVID-19-Erkrankung gestorben. 

Vgl. https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/gesamt.html (Stand 22.01.21.)

2. Warum ist eine Impfung gegen COVID-19 ratsam?

Die Impfung gegen COVID-19 trägt sowohl zum eigenen Schutz als auch zur Eindämmung der gesamten Pandemie bei.

Die beiden Impfstoffe, die in der EU und somit in Deutschland am 21.12.2020 (BioNTech) bzw. 06.01.2021 (Moderna) zugelassen wurden, bewiesen sich in der klinischen Erprobung als sehr effektiv. Die Studienergebnisse zeigten, dass die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu erkranken, bei den COVID-19-geimpften TeilnehmerInnen 95% geringer war als bei den Placebo-geimpften TeilnehmerInnen. Dies bedeutet, dass eine gegen COVID-19 geimpfte Person nach einem Kontakt mit SARS-CoV-2 mit hoher Wahrscheinlichkeit (von 95%) nicht erkranken wird. Über welchen Zeitraum der Impfschutz besteht, ist aktuell noch nicht bekannt. Zudem ist noch nicht abschließend geklärt, in welchem Maße die Erregerübertragung durch geimpfte Personen verringert oder verhindert wird. Dennoch bietet die Impfung einen sehr guten Schutz vor der Erkrankung. Wie bei jeder Impfung können auch nach einer COVID-19-Impfung Impfreaktionen und Nebenwirkungen auftreten. Der Nutzen einer Impfung überwiegt jedoch bei Weitem die Risiken.

Impfungen können einen wichtigen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten und werden es ermöglichen, Kontaktbeschränkungen mittelfristig zu minimieren und langfristig aufzuheben. Zunächst muss jedoch ein Großteil der Bevölkerung eine Immunität gegen das Virus entwickelt haben, welche durch eine Impfung ausgebildet wird. Somit wird das Risiko schwerer COVID-19 Erkrankungen sehr stark reduziert.

Vgl. https://www.rki.de/SharedDocs/FAQ/COVID-Impfen/gesamt.html (Stand 22.01.21).

3. Wie sicher sind die Impfstoffe?

Die klinischen Studien zur Verträglichkeit, Sicherheit und Wirksamkeit der Impfstoffe wurden in drei Studienphasen geprüft. Vor allem die klinischen Prüfungen der Phase 3 – der Wirksamkeit - wurden sehr umfassend überprüft.  In vorbereitenden nichtklinischen Studien wurden zudem die Impfstoffe mit erhöhter Wirkstoffmenge an Tieren untersucht, um die möglichen Auswirkungen und/oder Schäden auf den Körper zu untersuchen.

Zu den mRNA-Impfstoffen liegen bereits gute wissenschaftliche Kenntnisse vor. Bei ausführlichen Tierversuchen mit mRNA-Impfstoffen gab es bislang keine Anhaltspunkte auf schwere Nebenwirkungen oder Schäden. Die klinischen Studien als Zulassungsgrundlage mit den Covid-19-mRNA-Impfstoffen waren sehr umfangreich und schlossen mehrere zehntausend Probanden ein.

Im europäischen Zulassungsverfahren von Impfstoffen sind die Qualitätsanforderungen außerdem sehr hoch. Auch nach Zulassung und Verfügbarkeit Impfstoffs, finden weiterhin Untersuchungen und Forschung statt, um weitere Informationen zur Sicherheit des Impfstoffs (z.B. Auftreten seltener unerwünschter Nebenwirkungen) nach Anwendung in größeren Bevölkerungsgruppen zu erhalten.

Vgl. https://www.bundesgesundheitsministerium.de/coronavirus/faq-covid-19-impfung.html#c19942 (Stand 22.01.21).

4. Wer wird zuerst geimpft?

Die Verordnung der Bundesregierung zum Anspruch auf eine Schutzimpfung gegen das Coronavirus SARS-Cov-2 regelt die Impfreihenfolge. Viele Pflegekräfte zählen aufgrund ihrer Berufsausübung zu den ersten beiden Gruppen, die geimpft werden:

Höchste Priorität haben:

  1. Personen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben
  2. Personen, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind,
  3. Personen, die im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig ältere oder pflegebedürftige Menschen behandeln, betreuen oder pflegen
  4. Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem sehr hohen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten, als Leistungserbringer der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, in den Impfzentren im Sinne von § 6 Absatz 1 Satz 1 sowie in Bereichen, in denen für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 relevante aerosolgenerierende Tätigkeiten durchgeführt werden,
  5. Personen, die in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandeln, betreuen oder pflegen, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht, insbesondere in der Onkologie oder Transplantationsmedizin.

 

  1. Personen, die das 80. Lebensjahr vollendet haben
  2. Personen, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen behandelt, betreut oder gepflegt werden oder tätig sind,
  3. Personen, die im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig ältere oder pflegebedürftige Menschen behandeln, betreuen oder pflegen
  4. Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem sehr hohen Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten, als Leistungserbringer der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung, in den Impfzentren im Sinne von § 6 Absatz 1 Satz 1 sowie in Bereichen, in denen für eine Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 relevante aerosolgenerierende Tätigkeiten durchgeführt werden,
  5. Personen, die in medizinischen Einrichtungen regelmäßig Personen behandeln, betreuen oder pflegen, bei denen ein sehr hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht, insbesondere in der Onkologie oder Transplantationsmedizin.

Hohe Priorität haben:

  1. Personen, die das 70. Lebensjahr vollendet haben,
  2. Personen, bei denen ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 besteht: a) Personen mit Trisomie 21, b) Personen mit einer Demenz oder mit einer geistigen Behinderung, c) Personen nach Organtransplantation,
  3. eine enge Kontaktperson a) von pflegebedürftigen Personen nach § 2 Nummer 1 und nach den Nummern 1 und 2, die von dieser Person oder von ihrem gesetzlichen Vertreter bestimmt wird, b) von schwangeren Personen, die von dieser Person oder von ihrem gesetzlichen Vertreter bestimmt wird,
  4. Personen, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung, Betreuung oder Pflege geistig behinderter Menschen tätig sind oder im Rahmen ambulanter Pflegedienste regelmäßig geistig behinderte Menschen behandeln, betreuen oder pflegen,
  5. Personen, die in Bereichen medizinischer Einrichtungen mit einem hohen oder erhöhten Expositionsrisiko in Bezug auf das Coronavirus SARS-CoV-2 tätig sind, insbesondere Ärzte und sonstiges Personal mit regelmäßigem unmittelbaren Patientenkontakt, Personal der Blut- und Plasmaspendedienste und in SARS-CoV-2-Testzentren, – 2 –
  6. Polizei- und Ordnungskräfte, die in Ausübung ihrer Tätigkeit zur Sicherstellung öffentlicher Ordnung, insbesondere bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind,
  7. Personen, die im öffentlichen Gesundheitsdienst oder in besonders relevanter Position zur Aufrechterhaltung der Krankenhausinfrastruktur tätig sind
  8. Personen, die in Einrichtungen nach § 36 Absatz 1 Nummer 3 oder 4 des Infektionsschutzgesetzes untergebracht oder tätig sind.

 

 

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