Nachbericht // Landespflegekammer Rheinland-Pfalz stellt Berufsordnung vor

Die Landespflegekammer Rheinland-Pfalz hat auf ihrem diesjährigen Pflegetag am 28. November 2019 vor rund 1000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern erstmals die neue Berufsordnung der Pflegefachpersonen in Rheinland-Pfalz vorgestellt. Auch Vertreterinnen der Pflegekammer Niedersachsen waren vor Ort, um sich über die Fortschritte der Berufsordnung zu informieren.

Ziel ist es, mit einer Berufsordnung ein gemeinsames berufliches Selbstverständnis der Pflegefachpersonen in Rheinland-Pfalz zu definieren. Sie regelt Rechte und Pflichten der Kammerangehörigen, bringt Sicherheit ins pflegerische Handeln, stärkt das berufliche Ansehen und schafft unter anderem rechtliche Klarheit und Verbindlichkeit. In Großbritannien wird die Berufsordnung der Pflegefachpersonen „The Code“ genannt, in Frankreich arbeiten die beruflich Pflegenden nach dem „Le code de déontologie des infirmiers“ und in den Niederlanden existiert der „professionele standaard“ des Berufsverbandes V&VN (Verpleegkundigen & Verzorgenden, dt.: Krankenschwestern und -pfleger und Pflegehelfer/innen). Die Pflegekammer Rheinland-Pfalz ist damit die erste Kammer für Pflegeberufe, die eine Berufsordnung erarbeitet hat.

Die Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz Malu Dreyer beglückwünschte alle Pflegefachpersonen zur ersten eigenen Berufsordnung. Diese müsse nun im nächsten Schritt vom Gesundheitsministerium genehmigt werden. Dreyer warb auch für eine Pflegebürgerversicherung – eine Vollversicherung, welche die SPD seit Längerem fordert.

Dr. Markus Mai, Präsident der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, sagte in seiner Rede: „Als gewählte Vertreter der Pflegefachpersonen in Rheinland-Pfalz freuen wir uns sehr darüber, dass wir auf unserem diesjährigen Pflegetag über die erste Berufsordnung in der Pflege sprechen können. Mit ihr reiht sich die berufliche Pflege endgültig in die Riege der Heilberufe ein. Das Besondere daran ist, dass Pflegefachpersonen ihr Berufsbild selbst definieren und somit festlegen, welche Bereiche durch den Pflegeberuf überhaupt abgedeckt werden.“ Nicht nur bessere Arbeitsbedingungen und die Bezahlung seien wichtige Faktoren: Es gehe auch um berufliche Inhalte und das Gefühl der Selbstwirksamkeit. „Die Berufsordnung bietet hier eine große Chance für die beruflich Pflegenden, da sie gemeinsam für den nötigen Fortschritt sorgen“, so Dr. Mai. Der Kammerpräsident forderte alle registrierten Pflegefachpersonen auf, sich aktiv in der Kammer einzubringen, um als starke Gemeinschaft bessere Arbeitsbedingungen durchsetzen zu können.

Einig waren sich der Kammerpräsident Dr. Mai und die Ministerpräsidentin, dass dringend allgemeinverbindliche Tarifverträge mit einer fairen Bezahlung ausgehandelt werden müssen.

Zum Stand der Berufsordnung in Niedersachsen:

Auch in Niedersachsen wird derzeit gemeinsam mit den Mitgliedern eine Berufsordnung für Pflegefachpersonen durch die Pflegekammer Niedersachsen erarbeitet. Pflegefachpersonen haben die Möglichkeit, im Rahmen von Regionalkonferenzen und Kammer-vor-Ort-Veranstaltungen ihre Berufsordnung aktiv mitzugestalten und ihre Ideen einzubringen. Im Dezember 2019 wurde die dritte Veranstaltungsrunde zur Berufsordnung mit den Kammer-vor-Ort-Veranstaltungen abgeschlossen. Die Ergebnisse aus den ersten beiden Runden der Regionalkonferenzen zur Berufsordnung finden Sie unter folgendem Link: https://www.pflegekammer-nds.de/regionalkonferenzen-ergebnisse

Zurück