„PFLEGEKRÄFTE SIND DIE ELITE DER GESELLSCHAFT“ // PEG-Fachtagung in München

Das Präsidium der Pflegekammer Niedersachsen war am 11.10.2018 in München und hat sich dort im Rahmen der 19. PEG-Fachtagung mit der Präsidentin der Pflegeberufekammer Schleswig-Holstein, Patricia Drube, und dem Präsidenten der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz, Dr. Markus Mai, getroffen. Neben Vertretern der Pflege kamen weitere Akteure der Gesundheitswirtschaft zusammen und diskutierten auf Augenhöhe verschiedene Kernpunkte, die die jetzigen und zukünftigen Pflegekammern betreffen.

Hermann Imhof, Abgeordneter des Bayerischen Landtags und Mitglied des Ausschusses für Gesundheit und Pflege, eröffnete das Forum für die Pflege durch ein sehr pflegenahes Statement . Er verwies unter anderem darauf, dass Pflegekräfte die Elite der Gesellschaft seien, denn jeder sei jeden Tag auf Pflege angewiesen. Dies sei der Grund, warum wir in der Pflege „die Besten“ benötigten. Es müssten Maßnahmen gedacht werden, damit es wieder eine Freude ist, in die Pflege zu gehen – nur so könne man dem Fachkräftemangel gegenübertreten. Ein Aspekt sei unter anderem die Lohnentwicklung, um auch die Pflege weiterentwickeln zu können.

Staatssekretär Andreas Westerfellhaus, Pflegebevollmächtigter der Bundesregierung, betonte die besondere Bedeutung der Präsidentinnen und des Präsidenten der Landespflegekammern als Pioniere, die sich nicht von anderen Playern der Branche unter Druck setzen lassen sollten. Westerfellhaus sprach sich für die Errichtung einer Bundespflegekammer aus und äußert seine Freude über die vergangenen und zukünftigen Entwicklungen auf Landesebene. Der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung berichtete von der Vielfältigkeit der Pflegeberufe und den Herausforderungen, die den Pflegefachkräften in den unterschiedlichen Settings jeden Tag aufs Neue begegneten. Er selbst habe in seiner Zeit als Pflegefachkraft, diese Herausforderungen genossen. Er gibt allerdings zu bedenken, dass Innovationen für die Pflege notwendig und dass Pflege häufig Opfer fehlender Innovationsfinanzierung sei. Es dürfe nie wieder passieren, dass professionelle Pflege nicht in Reformprozesse einbezogen werde.

Patricia Drube berichtete von den Entwicklungen der Pflegeberufekammer Schleswig-Holsteins und dem Weg, der bis zur Errichtung dieser Kammer beschritten und bestritten werden musste. Allerdings betonte sie auch, dass auch diese Pflegeberufekammer im Aufbau sei und die meiste Zeit aller Beteiligten momentan darin bestünde, „ein organisiertes Fundament“ zu errichten, auf dem weiter gebaut werden könne.

Sandra Mehmecke, Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen, setzte die Entwicklung der niedersächsischen Kammer in einen Vergleich zu den anderen Kammern. Auch sie schilderte den langen und mühsamen Weg bis zur diesjährigen Konstituierung der Kammerversammlung und dem damit verbundenen Arbeitsbeginn der bisher größten Pflegekammer Deutschlands. Sie wies darauf hin, welche Fallstricke in Gesetzgebungsprozessen für andere Kammern vermieden werden sollten.

Dr. Markus Mai begann sein Statement mit der Aussage, dass ein Zugang zur Politik nur über eine Kammer möglich sei. Er betonte damit, wie die Präsidentinnen vor ihm auch, die Notwendigkeit und Wichtigkeit der Verkammerung der Berufsgruppe Pflege. Er schilderte die zukünftigen Aufgaben, die Rheinland-Pfalz in Angriff nehmen möchte.
Als Abschluss des Plenums wurden in der darauffolgenden moderierten Diskussion verschiedene Themenfelder rund um die drei Pflegekammern der einzelnen Bundesländer erörtert. Schwerpunkte waren unter anderem die bevorstehende Umsetzung der generalistischen Ausbildung und der Frage nach den Auswirkungen auf die bestehenden Fort- und Weiterbildungen. Außerdem drehte sich die Diskussion über die Netzwerkarbeit der drei Landespflegekammern und um die unterschiedlichen Kooperationen auf Bundesebene.

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