PRESSEMITTEILUNG // 20.000 Pflegehilfskräfte sind nur ein Tropfen auf den heißen Stein

Der Entwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Pflege sieht die Finanzierung von bis zu 20.000 zusätzlichen Pflegehilfskräften in Pflegeheimen vor. Die Pflegekammer Niedersachsen begrüßt den Gesetzentwurf grundsätzlich, sieht jedoch ohne grundlegende Strukturreformen die pflegerische Versorgung der Menschen weiterhin gefährdet.

Hannover, 07.08.2020 • Mit dem am 6. August veröffentlichten Referentenentwurf eines Gesetzes zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Pflege (Versorgungsverbesserungsgesetz – GPVG) sollen bis zu 20.000 zusätzliche Stellen für Pflegehilfskräfte in der Altenpflege vollständig über einen Vergütungszuschlag finanziert werden. „20.000 zusätzliche Hilfskräfte zur Entlastung der Pflegefachpersonen kann ich nur begrüßen“, sagt Pflegekammerpräsidentin Nadya Klarmann am Freitag in Hannover. Pflegefachpersonen bekämen damit etwas mehr Luft für die professionelle Versorgung der Pflegebedürftigen.

„Gerechnet auf knapp 14.500 Pflegeheime in Deutschland macht das aber nicht einmal zwei Hilfskräfte mehr pro Einrichtung. Auch das neue Gesetz wird die Situation nicht nachhaltig verbessern“, prognostiziert Klarmann. Schon mit dem Pflegepersonal-Stärkungsgesetz wollte der Gesetzgeber bis zu 13.000 zusätzliche Stellen für Pflegefachkräfte in der Altenpflege finanzieren. Der Erfolg war bisher eher mager. Nur wenige tausend Stellen konnten besetzt werden. „Fachkräfte fallen nicht vom Himmel. Das muss jetzt auch dem Letzten klar geworden sein“, sagt Klarmann.

Statt Flickschusterei brauche die Pflege in Deutschland einen echten Wumms, also grundlegende Strukturreformen, angefangen von einer Reform der Pflegefinanzierung bis hin zu dringend nötigen Verbesserungen der Arbeitsbedingungen. „Es muss endlich in den Köpfen der Politik ankommen, dass sich die Arbeitsbedingungen und Gehälter in der Pflege verbessern müssen, um die Leute in den Beruf zu kriegen. Es geht um nichts Größeres, als die pflegerische Versorgung der Bevölkerung sicherzustellen“, mahnt die Pflegekammerpräsidentin an.

Zur Aufwertung der Pflegefachberufe gehöre auch die umfangreiche Übertragung heilkundlicher Aufgaben an Pflegefachpersonen und ein an den tatsächlichen Bedürfnissen orientiertes Pflegepersonalbemessungsinstrument. „Der Einsatz von mehr Hilfskräften darf nicht zu einer Senkung der Fachkraftquote führen. Studien zeigen immer wieder, dass die Qualität der Versorgung von Pflegebedürftigen maßgeblich auch von der Anzahl gut ausgebildeter Pflegefachpersonen abhängt“, so die Kammerpräsidentin. Mehr Hilfskräfte seinen daher auch nur ein Schritt von vielen hin zur Sicherstellung der pflegerischen Versorgung der Menschen in Deutschland.

Die Pressemitteilung können Sie hier als PDF herunterladen.

Zurück