PRESSEMITTEILUNG // BMG setzt Pflegepersonaluntergrenzen aus – Gefährdung für Patienten und Pflegepersonal?

Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) hat im Zusammenhang mit der Ausbreitung des Corona-Virus entschieden, dass die Vorgaben für Pflegepersonaluntergrenzen im Krankenhaus ausgesetzt werden können.

„Klar ist, dass Pflegefachpersonen in Deutschland schon jetzt eindeutig überlastet sind. Die Pflegepersonaluntergrenzen im Krankenhaus sind eingeführt worden, um die Sicherheit von Patientinnen und Patienten sowie Pflegefachpersonen möglichst nicht zu gefährden“, so Kammerpräsidentin Sandra Mehmecke. Aus Studien sei bekannt, dass Pflegepersonalmangel und Hygienemängel zusammenhängen. Ein Aktionstag von ver.di 2017 zeigte, dass Pflegepersonalmangel dazu führt, dass Händedesinfektionen nicht entsprechend eingehalten werden können. Wundinfektionen und die Ausbreitung von Krankenhauskeimen könnten eine Folge mit erheblichem Schaden für Patientinnen und Patienten und für Pflegepersonal sein. Auch Medikationsfehler, Defizite bei der Nahrungsaufnahme oder der Vitalzeichenkontrolle seien als Mängel der Patientensicherheit bekannt und würden mit der stetigen Ausdünnung der Personaldecke im Pflegebereich in Verbindung gebracht.

Unabhängig vom Auftreten der Corona-Viren stellt die Aussetzung von Personaluntergrenzen nicht nur eine Gefährdung der mit dem Virus infizierten Patientinnen und Patienten dar, sondern auch für die weiteren vulnerablen Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern.

Die Kammerpräsidentin stellt klar: „Pflegefachpersonen sind sich ihrer wichtigen Aufgabe jederzeit und im Besonderen in Krisenzeiten bewusst. Sie werden alles in ihrer Macht Stehende tun, um die Patientinnen und Patienten zu versorgen und diese zu schützen. Das tun sie mit einem sehr großen Verantwortungsbewusstsein und mit ihrer professionellen Kompetenz. Wir appellieren noch einmal an die Politik, diese Haltung der beruflich Pflegenden nicht auszunutzen. Lassen sie die Untergrenzen unangetastet, schützen sie die Patientinnen und Patienten und das Pflegepersonal“.

Hier finden Sie die Pressemitteilung als pdf zum Download. 

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