PRESSEMITTEILUNG // Gegen den Pflegenotstand – mit einer gemeinsamen Vertretung aller Pflegefachpersonen

Die Selbstverwaltung in Form der Pflegekammer Niedersachsen ist Voraussetzung dafür, dass die Profession Pflege bei Entscheidungen endlich beteiligt wird.

Hannover, 24.10.2019 • Die Pflegekammer Niedersachsen arbeitet nach erfolgreich absolvierter Gründungsphase seit knapp einem Jahr aktiv für ihre Mitglieder. Ziele sind die Verbesserung der Situation der beruflich Pflegenden, Weiterentwicklung und Anerkennung für den Berufsstand und nicht zuletzt eine hohe Pflegequalität. Da die Pflegekammer Niedersachsen alle Pflegefachpersonen des Bundeslands vertritt, verfügt sie über ein gesetzlich verankertes Mitspracherecht in wichtigen Gremien des Landes. Die Pflegenden in Niedersachsen sind daher erstmalig rechtlich legitimiert, für die Interessen des Berufsstands einzutreten – sie diskutieren auf Augenhöhe mit anderen Selbstverwaltungen der Gesundheitsberufe die Aufteilung von Verantwortlichkeiten und die Weiterentwicklung des Berufsbilds. Hier wurden die Ansprüche der Pflegefachpersonen bei der Verteilung bislang kaum berücksichtigt. Die ehrenamtlichen Vertreterinnen und Vertreter der Pflegekammer wirken nun unter anderem in den Landesgremien, bei der „Konzertierten Aktion Pflege“ der Bundesregierung und der Enquetekommission zur Sicherstellung der gesundheitlichen Versorgung in Niedersachsen mit.

„Uns ist bewusst, dass wir den Pflegefachpersonen einen Vertrauensvorschuss abverlangen“, sagt Kammerpräsidentin Sandra Mehmecke. „Es braucht die Solidarität aller Mitglieder, denn wir vertreten nicht Arbeitgeber, Institutionen oder andere Interessengruppen, sondern die einzelnen Pflegefachpersonen! Bis sich die Ergebnisse der Kammerarbeit im Arbeitsalltag bemerkbar machen, wird es einige Zeit dauern. Daher bitten wir alle Mitglieder um Vertrauen und Unterstützung auf unserem gemeinsamen Weg. Mit der aktuell desolaten Lage der Pflegenden und dem sich abzeichnenden Notstand braucht es neue Wege, die wir mit einer Pflegekammer gehen müssen.“

Auch Andreas Westerfellhaus, der Pflegebevollmächtigte der Bundesregierung, begrüßt den begonnenen Prozess, mahnt aber auch: „Jahrzehntelanger Stillstand ist in ein bis zwei Jahren nicht aufzuholen. Niedersachsen ist nun gestartet. Geben wir der Kammer die Chancen und Unterstützung, die sie braucht. Man sollte nicht von vornherein alles zerreden, sondern gerne kritisch, aber konstruktiv den Aufbauprozess mitgestalten.“ Als gelernter Krankenpfleger argumentiert Westerfellhaus, dass an den neu entstehenden Kammerstrukturen kein Weg vorbeiführt: „Nur mit der Pflegekammer gelingt es auch in Niedersachsen, dass bei allen Fragen – der Berufsordnung, ethischer Regelungen, Weiterentwicklung des Berufsbilds, bei der Übernahme von Verantwortung oder eben der Veränderung gesetzlicher Rahmenbedingungen – zwingend und notwendigerweise die Profession Pflege beteiligt werden wird. Endlich bestimmen nicht andere über die Pflege, sondern sie führt über ihre aus den eigenen Reihen gewählten Vertreterinnen und Vertreter selbst Veränderungen in ihrem Sinne herbei.“ Auch für die Politik sei auf diese Weise deutlich: „Hier sind die richtigen Ansprechpartner.“

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