PRESSEMITTEILUNG // Steigende COVID-Zahlen: Intensivstationen in Niedersachsen am Limit

Laut DIVI-Register sind in Niedersachsen rund 86 Prozent der Intensivbetten belegt (Stand: 15.04.2021). Angesichts der steigenden Zahl an zu beatmenden COVID-19-Patientinnen und -Patienten warnt die Pflegekammer Niedersachsen vor einer Überlastung des Gesundheitssystems.

Hannover, 16.04.2021 • Die Pflegekammer Niedersachsen schlägt angesichts der hohen Auslastung der Bettenkapazitäten auf den Intensivstationen in Niedersachsen Alarm. In einigen Regionen wie Celle und Lüchow-Dannenberg sind nach Angaben der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) schon jetzt alle Intensivbetten belegt. Der Anteil an COVID-19-Intensivpatienten pro 100.000 Einwohner ist in Norddeutschland nach Angaben der DIVI auf einem Rekordhoch.     

„Die Mitarbeitenden auf den COVID-Intensivstationen arbeiten seit einem Jahr am Limit. Sie sind absolut erschöpft und am Ende ihrer Kräfte. Dass nun immer mehr junge SARS-COV-infizierte Menschen beatmet werden müssen, ist für viele Kolleginnen und Kollegen besonders erschütternd“, sagt Felix Berkemeyer, Abteilungsleiter einer Intensivpflegestation und Mitglied im Vorstand der Pflegekammer Niedersachsen. „Bund und Länder müssen das Tempo jetzt erhöhen: Mehr Impfungen und eine langfristige Schnellteststrategie tragen dazu bei, jeden Tag Menschenleben zu retten“, so Berkemeyer.

Die Pflegekammer Niedersachsen appelliert an die Politik, weitere Maßnahmen zu ergreifen und langfristige Strategien zur Bekämpfung der Corona-Pandemie zu entwickeln. Das Personal auf den Intensivstationen müsse, so die Pflegekammer, dringend entlastet werden z. B. durch das Herunterfahren elektiver Eingriffe. Die Pflegekammer empfiehlt zusätzlich Pflegefachpersonen, z. B. aus der Anästhesie, zur Verstärkung auf überlasteten Intensivstationen einzusetzen. Bedingung sei jedoch, dass dadurch die Notfallversorgung nicht gefährdet werde. Auch müsse laut Kammer sichergestellt werden, dass Kliniken durch das Freihalten von Betten für COVID-Patientinnen und -Patienten keine finanziellen Einbußen erleiden.

Ziel müsse es sein, das Pflegepersonal zu entlasten, um Burn-Out-Erkrankungen und vorzeitigen Berufsausstiegen vorzubeugen. Studien zeigen, dass ein hoher Gesundheits- und Arbeitsschutz des Pflegepersonals sowie der Einsatz von mehr Pflegefachpersonal in der Versorgung sich positiv auf die Patientensicherheit auswirken.  

Hier finden Sie die Pressemitteilung der Pflegekammer Niedersachsen als PDF zum Download. 

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