PRESSEMITTEILUNG: Millionen Masken ins Ausland? Klarmann: "Pflegende deutschlandweit besser schützen!"

In Niedersachsen werden die Corona-Lockerungen aufgrund des aktuellen Infektionsgeschehens um zwei Wochen verschoben. Das Bundesgesundheitsministerium plant hingegen, 250 Millionen Masken im Wert von rund 275 Millionen Euro an Staaten zu verschenken, die stark von der Corona-Pandemie betroffen sind. Derweil herrscht in vielen Pflegeeinrichtungen noch immer ein Mangel an Schutzausrüstung. Die Pflegekammer Niedersachsen fordert Pflegende im Inland mit ausreichend Schutzausrüstung zu versorgen und kostenfreie, regelmäßige Coronatests bereitzustellen.

Hannover, 17.08.2020 • „Es ist paradox, dass die Bundesregierung hunderte Millionen Masken ins Ausland verschenkt, während viele Pflegeeinrichtungen deutschlandweit Schutzausrüstung benötigen und die Infektionszahlen steigen. Eine einzige Maske pro Schicht – trotz wechselnder Patienten und Bewohner – waren und sind während der Corona-Pandemie keine Seltenheit“, kritisiert Nadya Klarmann, Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen. Das Nichteinhalten der vorgegebenen Tragezeiten gefährdet die Pflegenden und die Pflegebedürftigen. Insbesondere Pflegeheime und Einrichtungen der ambulanten Pflege seien dankbar für Atemschutzmasken und Mund-Nasen-Schutz für das Personal, die Bewohnerinnen und Bewohner oder auch Angehörige.

„Pflegefachpersonen müssen deutschlandweit besser vor einer COVID-19-Infektion geschützt werden. Sie benötigen ausreichend Schutzausrüstung und kostenfreie, regelmäßige COVID-19-Tests statt Applaus vom Balkon und Lavendel oder Merci“, so die Pflegekammerpräsidentin. Das Verschenken der Masken und die gleichzeitige Gefährdung der Pflegenden ist eine Zumutung für jede einzelnen Pflegefachperson, die die Versorgung der Bevölkerung in dieser brisanten Lage sicherstellt. In den vergangenen Monaten hat es auch in Niedersachen in vielen Einrichtungen an Schutzausrüstung für Pflegepersonal gefehlt. Aktuell zeichne sich außerdem ein Engpass an Handschuhen auf dem innerdeutschen Markt ab. Die Pflegekammer Niedersachsen warnt davor, die Einrichtungen und Kliniken allein zu lassen und Pflegefachpersonen unnötigerweise zu gefährden.

Viele Pflegende bemängeln zudem, dass sie Coronatests aus eigener Tasche zahlen müssen. Währenddessen können sich Reiserückkehrer kostenfrei testen lassen. Die Pflegekammer Niedersachsen fordert seit mehreren Monaten die Bereitstellung von ausreichend Schutzausrüstung und kostenfreien, regelmäßigen Tests für medizinisches Personal und alle Pflegefachpersonen. 

Hier finden Sie die Pressemitteilung als PDF zum Download. 

 

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