PRESSEMITTEILUNG // Pflegekammer kritisiert Corona-Demos

Zehntausende haben am Wochenende in Berlin gegen die Corona-Politik der Bundesregierung und die geltenden Schutzmaßnahmen demonstriert. Mindestabstände und Maskenpflicht wurden von den Teilnehmenden mehrheitlich nicht eingehalten. Bei der Pflegekammer Niedersachsen stößt ein solches Verhalten auf großes Unverständnis.

Hannover, 31.08.2020 • „Ich bekomme angesichts solchen rücksichtslosen Verhaltens vom vielen Kopfschütteln schon ein Schleudertrauma“, sagt Nadya Klarmann, Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen am Montag in Hannover. Eine Demokratie müsse unterschiedliche Meinungen aushalten. „Der bewusste Verstoß gegen geltende Corona-Schutzmaßnahmen gefährdet aber nicht nur die eigene Gesundheit, sondern auch die der Mitmenschen“, so die Kammerpräsidentin.

„Die vielen an COVID-19 erkrankten und verstorbenen Bewohnerinnen und Bewohner in Pflegeheimen sind Realität und keine Erfindung von finsteren Mächten. Was in Berlin passiert ist, ist ein Angriff auf das Bemühen von hunderttausenden Pflegefachpersonen und anderen im medizinischen Umfeld Beschäftigten, die Auswirkungen der Corona-Pandemie klein zu halten“, kritisiert die Kammerpräsidentin die Demonstrierenden, die sich nicht an die geltenden Regeln gehalten haben.

Die Pflegekammer Niedersachsen weist darauf hin, dass auch für Beschäftigte im Gesundheitswesen das Tragen von persönlicher Schutzausrüstung eine große Belastung darstellt. Stundenlanges Tragen von Atemschutzmasken beeinträchtigt die Atmung. Schutzkleidung ist kaum atmungsaktiv und kann zu Wärmestau und Dehydrierung führen, da auch Trinkpausen kaum möglich sind. Grenzwertig lange Arbeitszeiten und die Aussetzung geltender Arbeitszeitschutzgesetze führen zu zusätzlicher Belastung. „Diese und andere Einschränkungen nehmen die Beschäftigten im Gesundheitssektor jeden Tag auf sich, um Erkrankte zu versorgen und die weitere Ausbreitung des Virus in Pflegeheimen und Krankenhäusern zu verhindern“, sagt Klarmann.

Unterschiedliche Meinungen zu Corona müssten erlaubt sein und seien wichtig für ein demokratisches Miteinander. „Die bewusste Gefährdung anderer Menschen, kombiniert mit wirren Verschwörungstheorien und antidemokratischem Verhalten gefährden aber die Grundfesten unseres demokratischen Systems und sind so nicht zu tolerieren“, bringt Klarmann ihre Ablehnung deutlich zum Ausdruck.

Die Pressemitteilung können Sie hier als PDF herunterladen.

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