PRESSEMITTEILUNG // Pflegekammern bringen Expertise in die Konzertierte Aktion Pflege ein

Kammerpräsidentin Sandra Mehmecke: Ausbildungszahlen nicht auf Kosten der Qualität erhöhen

Hannover, 28.01.2019 • „Die Landespflegekammern begrüßen grundsätzlich die heute vorgestellten ersten Ergebnisse der Konzertierten Aktion Pflege“, sagt Sandra Mehmecke, Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen. Sie kündigt an: „Wir werden die Umsetzung in den Ländern sehr eng und kritisch begleiten.“

Die drei bestehenden Landespflegekammern in Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz sind gemeinsam Mitglied des Dachgremiums der Konzertierten Aktion Pflege. Die Aktion wurde im vergangenen Jahr von drei Bundesministerien ins Leben gerufen. Sie verfolgt das Ziel, mehr Menschen in Pflegeberufe zu bringen. Dazu gehören u. a. verbindliche Maßnahmen, die den Arbeitsalltag und die Arbeitsbedingungen von Pflegekräften verbessern sowie die Ausbildung stärken sollen. Fünf Arbeitsgruppen werden bis zum Sommer weitere konkrete Vorschläge erarbeiten.

Bildungskarrieren eröffnen

Die heute vorgestellte Ausbildungsoffensive Pflege (2019-2023) verfolgt ambitionierte Ziele. So soll die Zahl der Auszubildenden um mindestens zehn Prozent erhöht werden. „Das darf allerdings nicht auf Kosten einer Absenkung der Zugangsvoraussetzungen passieren“, macht Mehmecke deutlich.

Weiterhin sollen die Pflegekammern zusammen mit Partnern ein gemeinsames berufliches Selbstverständnis der Pflege erarbeiten. „Dafür sind wir mit unseren Regionalkonferenzen für eine Berufsordnung bereits auf dem richtigen Weg“, so Mehmecke. „Professionalisierung ist eine der Kernkompetenzen der Pflegekammern. Berufliches Selbstverständnis kann nur aus der Gruppe der Berufsangehörigen heraus entwickelt werden.“

Die Ausbildungsoffensive Pflege fordert zudem, die Anzahl der Studienplätze für eine hochschulische Pflegeausbildung bis 2023 deutlich zu erhöhen. „Gerade in Niedersachsen gibt es hier dringenden Handlungsbedarf“, betont Kammerpräsidentin Mehmecke und fordert die dauerhafte Einrichtung von primärqualifizierenden Pflegestudiengängen in Niedersachsen. „Hochschulisch ausgebildete Pflegefachpersonen stärken die Pflege durch erweiterte, in der wissenschaftlichen Ausbildung erworbene Kompetenzen.“ Das werde die Pflegekammer intensiv einfordern.

Beschäftigte in der Pflege sollen die Gelegenheit bekommen, sich beruflich durch eine Weiterbildung oder ein Studium weiterzuqualifizieren. Dafür hat die Pflegekammer Niedersachsen mit der Übernahme der Verantwortung für die Weiterbildung der Pflegefachberufe zum 01.01.2019 erste Weichen gestellt. „Dazu gehört auch, in einer künftigen Weiterbildungsordnung die Besonderheiten der generalistischen Ausbildung zu berücksichtigen und an unterschiedliche berufliche Laufbahnen anzupassen“, so Mehmecke.

Zurück