PRESSEMITTEILUNG // "Der Bedarf könnte noch viel höher sein": 80 Pflegeakteure diskutieren über die ambulante Pflege

Rede Kammerpräsidentin Sandra Mehmecke Fachtag ambulante Pflege
Bildrechte: Pflegekammer Niedersachsen

Hannover, 09.12.2019 • Rund 80 Expertinnen und Experten aus dem Pflegesektor haben am 05.12. auf Einladung der Pflegekammer Niedersachsen auf dem Fachsymposium „Ambulant pflegt Niedersachsen – Ambulante Pflege hat Zukunft“ in Hannover über Herausforderungen in der ambulanten Versorgung und Handlungsansätze diskutiert.

In ihrem Grußwort stellte Sandra Mehmecke, Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen, heraus: „Unsere Daten legen nahe, dass schon heute eine pflegefachliche und damit qualitativ hochwertige Versorgung der Bevölkerung in einigen Regionen kaum gesichert sein kann.“ Um die bereits heute zu Tage tretenden Versorgungsprobleme zu lösen, sind aus Sicht der Pflegekammer wissenschaftliche Studien dringend erforderlich. Mehmecke: „Wir brauchen umfassende pflegewissenschaftliche Untersuchungen. Der tatsächliche Bedarf nach pflegefachlichen Leistungen im Feld der ambulanten Pflege und damit der konkrete Personalbedarf könnte noch viel höher sein als bisher angenommen“.

Prof. Dr. Andreas Büscher von der Hochschule Osnabrück betonte, dass es deutliche Anzeichen dafür gibt, dass die Versorgung in der ambulanten Pflege in Deutschland gefährdet ist. „Kritisch ist insbesondere, dass Fragen der Personalplanung derzeit vor allem auf Basis ökonomischer Aspekte beantwortet werden“, so Büscher. Prof. Dr. Martina Hasseler, Pflegewissenschaftlerin an der Ostfalia Hochschule für angewandte Wissenschaften, machte deutlich: „In keinem anderen Bundesland werden so viele Pflegebedürftige von Pflegeeinrichtungen abgelehnt wie in Niedersachsen.“ Auch zeige der bundesweite Vergleich: In Niedersachsen bleiben Stellen in der Pflege am längsten unbesetzt. Erika Stempfle von der Diakonie Deutschland unterstrich in ihrem Vortrag die Vorteile einer Pflegevollversicherung mit einer begrenzten Eigenbeteiligung. Im Mittelpunkt des Reformmodells steht, dass pflegefachliche Leistungen zukünftig am Hilfebedarf der pflegebedürftigen Menschen orientiert sind. Zukünftig sollen die Leistungen in der häuslichen Pflege als „Fachleistungsstunden“ weitestgehend unabhängig vom Wohnort erbracht werden.

Weitergehende Informationen zum Fachsymposium ambulante Pflege finden Sie in einem detaillierten Nachbericht auf der Homepage der Pflegekammer Niedersachsen:

https://www.pflegekammer-nds.de/nachrichten-ansehen/nachbericht-fachtag-ambulante-pflege

Zurück