PRESSEMITTEILUNG //Zentrale Vorräte an Schutzausrüstung und mehr Reihentests für Pflegende

Seit einigen Monaten weist die Pflegekammer Niedersachsen auf die dramatische Situation von Pflegeheimen und ambulanten Diensten während der Corona-Pandemie hin. Nun zeigt eine Studie der Universität Bremen, wie hoch das Infektionsrisiko für Pflegende in stationären und ambulanten Pflegeeinrichtungen ist. Pflegekammerpräsidentin Nadya Klarmann fordert zentrale Vorräte an Schutzausrüstung und mehr präventive Reihentests für Pflegende.

Hannover, 12.06.2020 • Eine aktuelle Studie der Universität Bremen zeigt, dass Pflegebedürftige am schwersten von der Corona-Pandemie betroffenen sind. 60 Prozent der Verstorbenen sind Menschen, die in Pflegeheimen oder von Pflegediensten betreut werden. Auch das Pflegepersonal sei besonders gefährdet, an COVID-19 zu erkranken: In ambulanten Pflegediensten sei der Anteil an infizierten Mitarbeitenden laut Studie doppelt so hoch wie in der Normalbevölkerung, in stationären Einrichtungen sogar sechsmal so hoch.

Nadya Klarmann, Präsidentin der Pflegekammer Niedersachsen: „Die Studie der Universität Bremen bestätigt das hohe Infektionsrisiko von Pflegenden in Pflegeheimen und ambulanten Pflegediensten. Wir begrüßen, dass es nun auch in Niedersachsen mehr Präventivtests für Beschäftigte in der Pflege geben soll und diese Tests auch mit den Krankenkassen abrechenbar sind. Nun ist es wichtig, dass Pflegende in den Einrichtungen zeitnah auch präventiv getestet werden. Neben den Tests brauchen wir mehr Schutzausrüstung in allen Pflegebereichen.

 Noch immer Mangel an Schutzausrüstung in der Pflege

Zu Beginn der Pandemie war der Mangel an Schutzausrüstung in den Pflegeeinrichtungen besonders eklatant. Doch selbst im Mai berichtete jeder vierte Pflegedienst und jede sechste stationäre Pflegeeinrichtung laut der Studie der Universität Bremen, dass es noch an Schutzausrüstung fehle.

„Um besser auf künftige Epidemien vorbereitet zu sein, müssen jetzt zentrale Vorräte an Schutzausrüstung in den Landkreisen und Kommunen angelegt werden, auf die Kliniken, Pflegeheime und ambulante Dienste im Epidemiefall zugreifen können. Diese Vorräte müssen für mindestens drei Monate reichen. Es darf nicht wieder passieren, dass Pflegende sich – ohne jegliche Schutzausrüstung oder mit unzureichendem Schutz – der unsichtbaren Gefahr eines Krankheitserregers stellen müssen, auch nicht außerhalb einer Epidemie“, bekräftigt Nadya Klarmann. 

Zur Studie der Universität Bremen:

Die bundesweite Onlinebefragung der Universität Bremen wurde unter der Leitung der Pflegeforscherin Prof. Dr. Karin Wolf-Ostermann und des Pflegewissenschaftlers Prof. Dr. Heinz Rothgang in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen seit April durchgeführt. An der Befragung nahmen 824 Pflegeheime, 701 Pflegedienste und 96 teilstationäre Einrichtungen teil. Untersucht wurde unter anderem, welche Herausforderungen Leitungspersonen in Pflegeeinrichtungen bei der Umsetzung von Hygienemaßnahmen und Empfehlungen zum Krisenmanagement während der Corona-Pandemie sehen.

Die Pressemitteilung finden Sie hier als PDF zum Download. 

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