PRESSESTATEMENT // Corona-Prämie spaltet die Pflege weiter

Hintergrund

Nach den gestern vorgestellten Plänen des GKV-Spitzenverbands und der Deutschen Krankenhausgesellschaft sollen bis zu 100.000 Beschäftigte in der Krankenhauspflege bis zu 1.000 Euro Corona-Prämie bekommen. Die Mittel aus dem 100-Millionen-Euro-Topf werden den Krankenhäusern zugewiesen, die bis zum 30.9.2020 eine bestimmte Mindestzahl von COVID-19-Fällen vorweisen. Zudem soll die Auswahl der anspruchsberechtigten Pflegekräfte und die Definition der individuellen Prämienhöhe dem Krankenhausträger obliegen.

Statement von Pflegekammerpräsidentin Nadya Klarmann

„Gestern war die Freude über die angekündigte Ausweitung der Corona-Prämie für Beschäftigte in Krankenhäusern noch groß. Heute macht sich bei vielen Beschäftigten schon wieder Ernüchterung breit. Die Höhe des Zuschlags soll nur an besonders von COVID-19 belastete Pflegekräfte fließen. Wieder bekommt nur ein Teil der Beschäftigten eine Prämie, der andere macht ein langes Gesicht. Hier droht eine erneute Ungleichbehandlung und Spaltung der Pflege. Es ist nicht zu akzeptieren, dass der Krankenhausträger gutsherrenmäßig entscheiden soll, wer etwas bekommt und wer nicht.

Auch Beschäftigte in weniger von der Pandemie betroffenen Krankenhäusern und Reha-Kliniken mussten unter zahlreichen Einschränkungen leiden, strenge Hygienekonzepte umsetzen und hielten sich in ständiger Bereitschaft, um die Versorgung im Notfall aufrecht zu erhalten. Von der Corona-Prämie für die Altenpflege haben hingegen auch pflegeferne Bereiche profitiert, zum Beispiel Servicegesellschaften oder Mitarbeitende im hauswirtschaftlichen Dienst. Die Beschäftigten in der Pflege scheinen prädestiniert dafür zu sein, immer wieder von außen gespalten zu werden. Diese Ungleichbehandlung muss ein für alle Mal aufhören.“

Das Pressestatement finden Sie hier als PDF zum Download.

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