PRESSESTATEMENT // Pflegepersonaluntergrenzen wieder in Kraft setzen

Hintergrund

Aufgrund der Corona-Pandemie hat das Bundesgesundheitsministerium (BMG) im März 2020 die Pflegepersonaluntergrenzen (PPUG) in Krankenhäusern vorübergehend außer Kraft gesetzt. Ab dem 1. August 2020 sollen laut einer Mitteilung des BMG die PPUG zunächst für die Bereiche Intensivmedizin und Geriatrie wieder in Kraft gesetzt werden. In den Bereichen Unfallchirurgie, Kardiologie, Herzchirurgie, Neurologie sowie Stroke Unit und Frührehabilitation sollen sie dagegen bis zum Jahresende ausgesetzt bleiben.

Statement von Pflegekammerpräsidentin Nadya Klarmann:

„Es wurde höchste Zeit, dass die Pflegepersonaluntergrenzen zumindest in der Geriatrie und Intensivmedizin wieder gelten. Es braucht eine rote Linie – und das in allen Bereichen eines Krankenhauses. Es darf nicht sein, dass es vom Glück abhängt, ob Patientinnen und Patienten von einer Mindestanzahl an qualifizierten Pflegefachpersonen betreut werden. Die Qualität der Versorgung von Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern hängt maßgeblich von der Anzahl gut ausgebildeter Pflegefachpersonen ab. Daher ist für eine professionelle Versorgung der Pflegebedürftigen ein Mindestmaß an Pflegefachpersonen unbedingt erforderlich.

Pflegefachpersonen waren schon vor der Corona-Pandemie eindeutig überlastet. Daher haben wir als Pflegekammer Niedersachsen das Aussetzen der Pflegepersonaluntergrenzen mehrfach heftig kritisiert. Pflegepersonaluntergrenzen dienen sowohl dem Schutz der Patientinnen und Patienten als auch dem Schutz vor Überlastung der Pflegefachpersonen. Dass die Pflegepersonaluntergrenzen in vielen Fachbereichen bis Jahresende ausgesetzt bleiben sollen, ist nicht hinnehmbar. Daher sind die Untergrenzen auch in den anderen Bereichen schnellstens wieder in Kraft zu setzen.“

Hier finden Sie die Pressemitteilung als PDF zum Download. 

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